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Klassik open Air in Nürnberg

 

"Der Central Park liegt in Nürnberg" beschrieb die Presse scherzhaft eines der größten Klassik open airs Europas: das Klassik Open Airim Nürnberger Luitpoldhain. Und es gibt viele Parallelen, schließlich spielen die beiden großen Orchester der Stadt, die Nürnberger Philharmoniker und die Nürnberger Symphoniker, umsonst für die rund 100.000 Besucher der zwei Konzerte. Und ihre musikalische Qualität kann sich sehen lassen.


 

Ein "Woodstock" der klassischen Musik: Man jubelt den Solisten zu, spendet lauten Applaus und lässt sich auch durch einen Regenschauer nicht vertreiben. Doch in Hauptsache genießt man. Menschen allen Alters lagern im Gras oder auf mitgebrachtenCampingstühlen und lauschen andächtig, lustvoll, neugierig oder verzaubert. Die meisten Zuhörer vespern oder tafeln zur Musik, laden Unbekannte zu Antipasti ein und stoßen mit Champagner an. Park, Picknick und Musik verschmelzen zu einer Einheit.

Was als Idee zur Feier des 950. Geburtstags der Stadt Nürnberg begonnen hatte, hat sich durchgesetzt. Die musikalische Qualität der Nürnberger Philharmoniker und der Nürnberger Symphoniker, das Ambiente des Luitpoldhains und die zwanglose Picknickatmosphäre locken offensichtlich dauerhaft ein breites Publikum. Fast ein Drittel der Besucher sind zwischen 19-25 Jahren. Klassik gewinnt Kult-Charakter

 

Dieses Ergebnis stand nicht von vornherein fest. Der Luitpoldhain war als Veranstaltungsort für Massenveranstaltungen diskreditiert, da der Ort umgebaut zur Luitpoldarena den Nationalsozialisten am "Parteitagssonntag" für die Blutweihe der neuen Fahnen gedient hatte. Seine ursprüngliche Anlage als Park für die große Landesgewerbeausstellung 1906 war von der näheren Vergangenheit vollkommen verdrängt worden. Bis ins Jahr 2000 war der Abschlussgottesdienst des Evangelischen Kirchentags 1979 die einzige Großveranstaltung, die nach 1945 auf dem Gelände stattgefunden hatte. Das Klassik Open Air wurde vom Publikum als bewusste Neudefinition wahrgenommen und begrüßt. Das zeigte die 2002 öffentlich geführte Auseinandersetzung darüber, ob man Wagner an diesem Ort spielen könne oder nicht.

Trotz aller positiven Erfahrungen mit Veranstaltungskonzept und Ort hätte das Klassik Open Air keine Zukunft, wenn sich nicht Sponsoren gefunden hätten, die ihr Engagement zusagten, bevor die Stadt Nürnberg die Fortführung der Konzerte bestätigte. Bereits ins elfte Jahr geht die Unterstützung der Hauptsponsoren Sparda-Bank Nürnberg und Lebkuchen Schmidt und der weiteren Sponsoren: N-ERGIE Aktiengesellschaft und Radio Charivari 98.6.

Im Ergebnis hat die Stadt Nürnberg mit dem Klassik Open Air ein auch touristisch attraktivesHighlight geschaffen, das mit dem hochdotierten "Preis der Region Nürnberg 2002"ausgezeichnet wurde.